Montag, 21. Oktober 2013

Das Bayerisch Nizza Clubbier der Hans Müller Sommelierbier GmbH

Viel habe ich schon in anderen Blogs über das Bayerisch Nizza der Hans Müller Sommelierbier GmbH aus Aschaffenburg gelesen und doch bin ich im Getränkemarkt immer daran vorbei gelaufen. Jetzt habe ich mal mutig zugegriffen und die zwei Euro fünfzig für 330 ml "Clubbier" locker aus der Hose geschüttelt. Cool und trendy kommt das Design zusammen mit dem Namen daher und auch auf der biereigenen Homepage steht etwas von "Szene und Lifestyle". Man gibt sich gehoben, jung und hip! Sieht alles sehr schön aus, wäre da nicht das kleine Wörtchen "Hopfenextrakt" bei den Zutaten zu lesen. Also ich weiß nicht, das macht sich auf einem Sommelierbier nicht wirklich gut. Aber egal. Ein hessisches Comedy-Duo hat mal gesagt "S muss schmegge" und darum geht es ja letztendlich. Ich bin gespannt was mich erwartet. Achso, Bayerisch Nizza übrigens weil König Ludwig I. Aschaffenburg einmal als sein Bayersiches Nizza bezeichnet haben soll. Ist doch klaro!


Eingeschenkt ins Glas kommt schon die erste Überraschung. Strohgelb und sehr trüb, dazu schneeweißer, feiner Schaum. Erinnert an Weißbier. Irgendwie dann doch auch logisch, denn das Bier basiert größtenteils auf einer Weizenmalz Basis. Beim Riechen kommt aber schon das nächste sensorische Erlebnis. Superfrischer, angenehmer Duft nach Citrus und Traube gepaart mit ein paar Gewürzen sowie leichtem Bananenaroma. Herrlich und an einem sommerlichen Herbsttag an der frischen Luft echt unbeschreiblich. Bisher alles sehr positiv.


Im Antrunk hat das Nizza einen schlanken Körper und erzeugt ein frisches, prickelndes und spritziges Mundgefühl. Jetzt kommt deutlich das Weissbier zum Vorschein. Hefe und Banane dominieren zunächst, dazu gesellen sich aber auch Traube und Litschi, was einen fruchtig milden Charakter erzeugt. Besonders im Abgang kommt ein säuerlich, fruchtiger Geschmack auf, der mich sehr an Traubenmost oder Traubensaft erinnert. Passt auch irgendwie zur naturtrüben Farbe. Das lässt sich zusammen genommen schwer in irgendeine Schublade stecken finde ich. Geruchlich durchaus mit Pale Ales verwechselbar, geschmacklich geht es dann aber doch in eine ganz andere Richtung. Das macht das Clubbier schon einzigartig und unverwechselbar. Fesche Madl und Buam mit ordentlich Schotter in den Lederhosen dürften durchaus Gefallen daran finden!

Außerordentliches Bier, das durch seinen wirklich eigenen, leichten Charakter überrascht. Aufgrund des Hopfenextraktes im Sommelierbier reicht es aber dennoch nicht für die volle Punktzahl. 

Knusperfaktor 8/10 - Prost! 


Fakten: 5,3% vol., Stammwürze: 12°P, BE: keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Aromahopfen (Citra, Centennial, Chinook), Hopfenextrakt, Hefe  

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