Mittwoch, 9. Oktober 2013

Das Horn Dog Barley Wine Style Ale der Flying Dog Brewery

Bereits das zweite Bier in diesem Blog aus dem Hause der in Maryland sitzenden Flying Dog Brewery. Zuvor gab es hier ja schon das Snake Dog IPA, das mir durch seine bedrohliche Farbe sowie seine außergewöhnliche Stärke im Gedächtnis blieb. Im Bezug auf das Design bin ich natürlich mal wieder sehr beeindruckt. Die Zeichnungen von Ralph Steadman haben wie immer sehr hohen Wiedererkennungswert und repräsentieren das verrückte Hunter S. Thompson Universum, dem die Brauerei ja bekanntlich sehr nahe steht. Ein böser bunter Riesenhund mit Horn auf dem Kopf ziert die Flasche und kündigt ein Ale an, das womöglich nichts für schwache Geschmacksnerven ist.


Barleywine Ales (später auch American Barleywine)  haben ihren Ursprung in England und zeichnen sich in der Regel durch einen hohen Alkoholgehalt (zwischen 8 und 12%) sowie einer sehr starken Stammwürze aus. Das Horn Dog bringt diese Eigenschaften mit einem Alkoholgehalt von 10,2% und 25°P Stammwürze schon einmal mit. Im Glas präsentiert es sich opal-schwarz mit einer wirklich sehr schwachen bräunlich-weißen Schaumbildung. Zur Farbe passen die röstig-alkoholigen Geruchsnoten: Lebkuchenherz, Salmiak, Russisch Brot, Schoko-Popcorn und Mon-Chéri, all das liegt zugleich in der Luft und kündigt an, wie es geschmacklich weitergeht.


Im Antrunk trifft als erstes eine unerwartete Süße auf die Zungenspitze. Danach breiten sich angebrannter Pflaumenkuchen, Feigen, Datteln, Toffee und dunkle Beeren im Mundraum aus und ergeben zusammen mit dem wirklich sehr schweren Malzkörper sowie einer schwachen Kohlensäure ein öliges Mundgefühl. Der Alkohol-Pinsel bestreicht ohne Pause den gesamten Mundraum und es wird bis zum Abgang warm um's Lebkuchenherz. Sehr warm. Durch das alles übertrumpfende Malz bleibt wenig Platz für den Hopfen, der bei diesem Bier-Stil jedoch scheinbar eine Nebenrolle zu spielen hat. 

Mir gefällt diese Kreation eines Malz-Ungeheuers als Abwechslung zu hopfen-betonten Ales schon ziemlich gut, jedoch wirkt mir das Ganze durch die enorme Stammwürze doch etwas zu verbrannt. Dr.Gonzo würde das vielleicht so formulieren: "This stuff makes pure mescaline seem like ginger-beer, man." Cheers!


Fakten: 10,2% vol., Stammwürze: 25°P, IBU: 45

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Netz: http://flyingdogales.com/https://www.facebook.com/flyingdog

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