Montag, 2. Dezember 2013

Das "Hopfull" Pale Ale der Schlossbrauerei Au-Hallertau

Wie man meinen leckeren Posts von letzter Woche entnehmen kann, hatte ich das große Vergnügen mich in Freising und dessen bekanntem Stadtteil Weihenstephan herumtreiben zu dürfen. Dort befinden sich neben der wunderschönen Technischen Universität, die vor Brauerei- und Getränketechnologie Know-How nur so strotzt, auch wirklich eine idyllische Altstadt mit tollen Gasthäusern und Kneipen. Als echter Bierfan führt beispielsweise an der Studentenkneipe Schneiders kein Weg vorbei. Ich habe mich dort durchverkostet und es herrschte traumhaftes Ambiente. Aus einer anderen Kneipe, die wir zu später Stunde noch besuchten, an deren Namen ich mich aber leider nicht erinnern kann, habe ich mir das "Hopfull" Hallertauer Pale Ale mitgenommen, welches heute auf dem Plan steht. Die Schlossbrauerei Au-Hallertau befindet sich sozusagen direkt an der Hopfenquelle schlechthin. Die Hallertau zählt zu den größten Hopfenanbaugebieten der Welt und beliefert neben den industriellen Brauereien auch eine große Anzahl von Craft-Bier Brauereien mit ihrer immensen Auswahl an Bitter- und Aromahopfen. Bei diesem Bier darf man also gerade deshalb sagen, dass der Hopfen aus direktem, regionalem Anbau stammt. Die Sorten Saphir, Perle, Hersbrucker und Saazer sollen dem Ale den Hopfenhammer verpassen und sorgen für 60 Bittereinheiten. Das Etikett erinnert mich an irgendetwas zwischen Energy-Drink und diesem Biermischgetränk CAB. Da ich es auch gerne schlicht habe, ist mir das etwas zu kitschig, aber das ist Geschmackssache.


Eingeschenkt macht das Bier einen wunderschönen Eindruck. Kräftige Orangetöne und eine gleichmäßige Trübe sorgen für eine harmonische Optik. Die Farbe ist für ein Pale Ale schon ziemlich dunkel und tendiert fast schon zu den stärkeren IPAs. Geruchlich sind frische Zitrusfrüchte zu vernehmen, im Hintergrund tümmelt sich etwas Rasen und Getreide. Ein feinporiger, nicht allzu standhafter Schaum gesellt sich dazu und rundet den guten ersten Eindruck ab.


Schon im Antrunk ist zu merken, dass man in der Schlossbrauerei sehr genau weiß, was man tut. Die Hopfenkombination zieht gut an, ist fein abgestimmt und perfekt in einen runden, ausbalancierten Malzkörper eingebettet. Zunächst wird es herb und prickelnd um die Zunge. Die Kohlensäure spielt die perfekte Nebenrolle und überlässt Hopfen und Malz das Rampenlicht. Für mich ist das bei einer solchen Aromatik und Stärke aber kein Pale Ale sondern eigentlich wie schon erwähnt eher ein IPA. Ich hatte ein etwas helleres Einsteiger Ale erwartet, aber das Hopfull belehrt mich eines Besseren und geht tatsächlich in die Vollen. Alles Andere wäre bei einem Bier direkt aus der Hallertau auch fragwürdig. Mir als bekennender IPA Fan kann es sowieso nicht aromatisch und hopfig genug sein. Im Abgang bleiben die fruchtig-herben Aromen noch sehr lange spürbar und machen Lust auf ein weiteres Fläschchen.

Super Hopfenbombe direkt aus der Hallertau. Knusperfaktor 9/10 - Prost!


Fakten: 6,9% vol., Stammwürze: Keine Angabe, IBU: 60

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir, Perle, Hersbrucker, Saazer), Hefe

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