Dienstag, 25. Februar 2014

Holz im Glas: Die Wood-Kollektion vom BrauKunstKeller

Auf der Braukunst Live gab es ja bekanntlich viele verschiedene Bierstile zu verkosten. Nach stundenlangem Durchprobieren spülte sich das ein oder andere IPA schon ein bisschen an den Geschmacksknospen vorbei. Eine Kollektion sollte es dennoch schaffen aus der Masse herauszustechen und sich in mein Gedächtnis zu brennen. Alexander Himburg präsentierte rund um seine BrauKunstKeller-Klassiker aus dem odenwäld'schen Michelstadt die streng limitierte "Wood-Kollektion". Diese geht aus einem Basis-Bier hervor, dessen Jungbier im Fass auf verschiedenen Holzsorten heranreifte, um dadurch ein ganz besonderes Aroma zu erzielen. Bei dem Basis-Bier handelt es sich um ein Red-Ale, also ein dunkleres Pale Ale, welches einen karamellig-fruchtigen Geschmack mit sich bringt. Es hat stolze 62 Bittereinheiten sowie 7,5 Vol.-% Alkoholanteil, also eine ordentliche Ausrüstung.


Während der Reifung im Fass setzt das Holz sein individuelles Aroma frei und drückt dem Bier seinen ganz eigenen aromatischen Stempel auf. Der Alkohol dient dabei hervorragend als Geschmacksträger, wie man es von Whisky oder Scotch kennt. Nicht anders ist es hier, wo die Holzreifung deutlich herauszuschmecken und quasi geschmacksgebend ist. Das Ale bekommt zusammen mit der Holznote eine völlig neue Geschmacksrichtung, welche ich bei Bier bisher zumindest nicht kannte. Die Wood-Kollektion bietet dem Verkoster fünf verschiedene Sorten: Buche, Kirschbaum, Akazie, Maulbeerbaum und Sandelholz.


Einen Favoriten zu bestimmen ist schwer und natürlich wie immer Geschmacksache. Mir gefiel die Buche besonders gut, doch auch die Maulbeere bereitet einen richtig wuchtigen und intensiven "Holzflash". Um Favoriten soll es aber gar nicht gehen. Die Wood-Kollektion war als Gesamtpaket durch die Kombination vom kräftig-hopfigen Red-Ale mit den intensiven Holzaromen mein persönliches Highlight auf der BKL 2014. Leider habe ich nur noch das Basis-Bier hier stehen, die anderen haben wir alle gierig vor Ort verknuspert - die Versuchung war einfach zu groß. Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass die Etiketten per Hand mit Füller (!) in Schönschrift veredelt worden sind. Wenn das kein Handwerk ist, dann weiß ich auch nicht mehr. 

Für Idee, Umsetzung, Gestaltung und Geschmack gebe ich der gesamten Kollektion Höchstwertung: Knusperfaktor 10/10.

Mehr davon! Spread the wood!


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