Samstag, 15. März 2014

Das Dolden Boom Double IPA: Eine Bavaria-Brooklyn Kooperation

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das erste IPA von Braumeister Maximilian Krieger zumindest hier im Blog bisher versäumt habe zu verknuspern. Dabei gehört der "Dolden Sud" mittlerweile zum festen Inventar des Riedenburger Brauhauses, wo man besonders auf Herkunft und ökologischen Anbau der im Bier verarbeiteten Rohstoffe achtet. Heute soll es jedoch nicht der Dolden Sud, sondern die neueste Kreation aus dem Altmühltal bzw. New York sein. Ja, richtig gelesen. In einzigartiger Kooperation mit den beiden Braumeistern Tom Villa und Rob Lemery der erfolgreichen Brooklyn Brewery entwickelten die drei "Rock'n Roll Brauer" in gemeinsamer Zusammenarbeit etwas Neues - den "Dolden Boom". Ein Double India Pale Ale mit 8,0% Alkohol, fünf verschiedenen Hopfensorten (davon zwei aus Deutschland und drei aus den USA) und den für das Riedenburger Brauhaus bekannten Urmalzen Gerste, Emmer und Dinkel aus Bioland Anbau. Es steckt also so einiges in der kleinen 0,33er Flasche, welche wie auch der Dolden Sud ohne Frage stylisch aufgemacht und mit vielen Infos (leider nicht den Hopfensorten und Bittereinheiten) versehen ist. Nun steigt langsam die Vorfreude während das Bier ins Glas gleitet.


Die Nase vernimmt als Erstes - wie soll es auch anders sein - die Wucht der fünf Dolden. Eine immense Wolke von Mango, Nektarine und allerlei Steinfrüchten wird freigesetzt. Hinzu gesellt sich allerdings auch eine herbe Kräuternote, die von den verschiedenen Malzsorten stammen könnte. Ansonsten lässt sich das DIPA schön im Glas betrachten. Der Farbton tendiert vom ansprechend unfiltrierten, trüben Rot hin zu einem leicht schlammigen Braun gepaart mit einem weichen, weißlich-beigen und feinporigen Schaum. Man kann bereits über Optik und Geruch vernehmen, dass es sich hier um ein äußerst gehaltvolles Bier handelt.


Der erste Schluck. Was soll ich sagen? In der Anfangsphase haut mich selbstverständlich erst einmal der Hopfen um, der seine Power elegant um eine moussierende Flüssigkeit schlingt und den Mundraum direkt mit feinstem Multifrucht-Aroma umschmeichelt. Nicht so sehr Zitrus, sondern eher reife Mango sowie Kiwi und Johannisbeere stehen im Vordergrund. Alles wird von einem Körper mit voller Malzkraft und einer gut dosierten Süße getragen. Dies lässt das Bier unheimlich reichhaltig erscheinen. Da passt es, dass die Kohlensäure sich etwas zurückhält und nur leicht prickelt um dem Spiel von Hopfen und Malz nicht zu sehr im Wege zu stehen. Zum Ende wird es knackig trocken, was zusammen mit der Vollmundigkeit der 8,0% einen runden Abgang bereitet. Ich bin jetzt schon froh, dass ich nicht nur eine Flasche davon habe.

Beim Dolden Boom fusionieren Hopfen und Malz sowie deutsche und amerikanische Braukunst hervorragend. Die Bio-Geschmacksexplosion fetzt und erhält die volle Punktzahl. Knusperfaktor 10/10 - Prost!


Fakten: 8,0% vol., Stammwürze: 18°P, Bittereinheiten: Keine Angabe

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Emmermalz, Dinkelmalz, Hopfen, Hefe



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