Dienstag, 20. Mai 2014

Das 'Kellerweis' Hefeweizen von Sierra Nevada

Draußen ist es sommerlich warm, der Keller überfüllt mit Bier. Da greif ich mir doch direkt mal ein kühles Weizen, welches von keiner anderen als der Sierra Nevada Brewing Company in Kalifornien kommt. Mittlerweile ist das die siebtgrößte Brauerei der USA, fing doch alles im Jahre 1980 so klein als Hausbrauerei von Gründer Ken Grossman an. Inzwischen sind vor allem die Ales aus dem Hause Sierra Nevada nicht mehr aus der Szene wegzudenken und feiern weltweit große Beliebtheit. Heute soll es aber kein Ale, sondern ein Weizen sein. Der Name 'Kellerweis' sowie das an die Alpen erinnernde Gebirge auf dem Bauch der Flasche machen unmissverständlich klar, dass man sich am deutschen Original orientiert. Wer das immer noch nicht glauben mag, dem habe ich mal einen Screenshot von der Food-Pairing Empfehlung (rechts) auf der Homepage der Brauerei gemacht.


Richtig: Es wird Bratwurst empfohlen! Wenn das nicht typisch deutsch ist. Also dann, Wurst auf den Grill und das Kellerweis geöffnet. Let's go German Beer Style!


Weizentypisch sattgelb mit Orange-Stich liegt es gleichmäßig trüb im Glas. Der Schaum wirkt auf der Krone wirklich äußerst feinporig, ja fast schon cremig und präsentiert sich strahlend weiß wie Schnee. Optisch ein echter Hingucker. Hinzu gesellt sich ein süßlich-würziger Geruch, der mich an Bananenbrot erinnert. Doch auch feine Säure sowie Erdbeere und etwas Nelke sind zu vernehmen. Süßlich, würzig, säuerlich, gut!


Der Antrunk verläuft zunächst sortentypisch: Spitzig und süffig fließt der Stoff den Mundraum entlang, wobei Perle bzw. Sterling Hopfen mit zurückhaltenden 15 Bittereinheiten hier ganz klar der Hefe den Vorrang lassen. Das ist auch gut so, denn so kommt das bereits genannte Bananenbrot zusammen mit einem gewürzartigen Touch wunderbar zum Tragen. Bisher ein kleines bisschen 08/15. Das bleibt aber nicht so, denn kurz vor dem Abgang lässt der Hopfen tatsächlich nochmal die Muskeln spielen und verpasst den Geschmacksknospen eine ziemlich feine Bittere. Dieser Switch verleiht Charakter, wirkt mir aber zuweilen etwas zu ruppig, zeichnet ein gutes Weizen doch auch Weichheit und Balance aus. Hier übertrumpft der herbe Abgang den ansonsten runden Malzkörper. Auf der anderen Seite wird dem Kellerweis so natürlich auch der eigene Sierra-Stempel aufgedrückt.

Mir fehlt beim Finish etwas der Feinschliff, ansonsten aber eine gute Interpretation eines Hefeweizens mit eigenem Charakter. Knusperfaktor 7/10 - Prost nach Chico, California!


Fakten: 4,8% vol.; Stammwürze:12,3; IBU: 15

Zutaten: Wasser, Two-row Pale-, Münchner- & Weizenmalz, Hopfen (Perle/Sterling), Hefe


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen