Sonntag, 25. Januar 2015

Frischer Wind: Das X4.0 Witbier aus der Münchner Crew Republic

Für die Jungs der CREW Republic geht das Jahr 2015 mit neuem Sudhaus direkt mit Schwung und viel Enthusiasmus los. Gratulation dazu und gut Sud weiterhin an dieser Stelle! Dann will ich doch auch mal wieder einen Tropfen aus der Münchner Bierschmiede verknuspern und freue mich auf etwas Frisches namens X4.0. Das Witbier wurde, wie auch alle anderen Sude der 'Experimental Line' zum ersten Mal so eingebraut und man weiß nicht, ob es das Bier so nochmal geben wird. Ein Witbier ist ein obergäriges Weizenbier belgischen Ursprungs und zeichnet sich insbesondere durch die zusätzliche Würzung mit Orangenschalen und Koriander(-samen) aus. Dieses hier soll jedoch ohne besagte Zutaten auskommen und dennoch den typisch exotischen Charakter eines Wit entfalten. Erreichen will man dies zum einen durch die Verwendung zweier belgischer Hefestämme für die streng-würzigen Noten, zum anderen durch die Hopfensorten Wakatu, Kazbek und Mandarina, die für spritzige Zitrusaromen sorgen sollen. Schaut man auf der CREW Homepage nach, so war es die Herausforderung bei diesem FakeWitbier, sich strikt ans deutsche Reinheitsgebot zu halten, um am Ende dennoch das gewünschte charakteristische Resultat dieses Bierstils zu erreichen. Genug der Theorie - wir starten gespannt mit lockeren 16 Bittereinheiten und leichten 4,4% Alkoholgehalt in die Verknusperung!


Notizen

  • Schaum: Anfangs zwei Daumen dick, fällt aber recht schnell wieder ein; ansonsten cremig-weiß mit feinporigem Topping.
  • Farbe: trübes, sattes Gelb; sieht fast aus wie Orangensaft. 
  • Geruch: Interessantes Bouquet aus Orange (fast wie Radler), Pfeffer und Hefe. Erinnert mich an das Bayerisch Nizza von Hanscraft.

Leichter Antrunk, dabei ein nicht allzu schlank geratener Körper wie gedacht, was einen gehaltvollen ersten Eindruck erzeugt. Auch die Rezenz passt und prickelt wohl dosiert auf der Zunge was ebenso gefällt. Pilsner- sowie Weizenmalz sorgen für eine feine süßliche Basis, die der verwendete Hopfen gut als Fundament für weitere Aromen nutzen kann. Die Bittere kommt eher spärlich daher und lässt zunächst sauren Hefenoten den Vortritt. Doch dann kommen auch fruchtige Nuancen zum Tragen und schnüren ein leckeres Paket aus reifen Orangen, deren Herbe in die im Geruch angedeutete Pfeffrigkeit mündet. Ich muss irgendwie an Capri-Eis denken, was keine schlechte Sache ist! Insgesamt ist mir das aber gerade zum Abgang (wie auch beim Köstritzer Witbier) nicht intensiv genug. Ich liebe Koriander, weshalb ich es schade finde, dass man hier dem Reinheitsgebot den Vortritt gegeben hat, anstatt mit außergewöhnlichen Zutaten mehr in die Vollen zu gehen. Wenn schon freaky Bierstil, dann doch ruhig richtig und ohne Kompromisse. Deshalb fällt mein Resultat auch gemischt aus. Einerseits passt das X4.0 perfekt zu einem sonnigen Tag an der frischen Luft und überzeugt durch seine Leichtfüßigkeit sowie exotische Aromatik, andererseits jedoch wünschte ich mir ein extremeres Witbier mit mehr Ecken und Kanten - mehr ist an dieser Stelle für mich einfach mehr, gerne auch ohne Reinheitsgebot.

Das X4.0 Witbier aus der CREW Republic kommt ohne typische Zutaten aus und imitiert dabei dennoch den Charakter seines belgischen Vorbilds, wenn auch etwas zu schwach. Lecker-Leichtfüßig ist es aber allemal und gerade für den Frühling eine gute Wahl. 

Knusperfaktor 6/10 - Prost!


Beerfacts

Alkohol: 4,4% vol., Stammwürze: Keine Angabe, Bittereinheiten: 16 IBU

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsner, Weizen), Hopfen (Wakatu, Kazbek, Mandarina), Hefe

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